Roadtrip 2016: Einmal zur Nordsee und zurück

Nachfolgend findet Ihr Kurzreiseberichte mit Fotos der Etappen und Zwischenziele. Alle Bilder sind mit dem Händy aufgenommen, grössteils während der Fahrt. Bitte verzeiht also gewisse Unschärfen und die geringere Auflösung 😉.


1. Etappe - 3.7.16: Rickenbach - Heidelberg

Ändlich losfahre! Trochenen Rades simmer via Schwarzwald nach Heidelberg gfahre...dunkli Wulche hinter eus, schöni langzogni Kurve vor eus und wenig Verchehr fascht uf de ganze Strecki, Akunft öppe am Drü, dänn en Stadtbummel i de Töffmontur, will s'Zimmer nanig parat gsi isch, Händyföteli bi schlächtem Liecht und die erschti dütschi Husmannschoscht zum Znacht - alles in allem en guete Start zum Roadtrip 2016!


2. Etappe - 4.7.16: Heidelberg - Koblenz

De erschti Teil vo eusere Etappe nach Koblenz - nöd das i de Schwyz 😉- isch eher langwielig gsi: vill gradi Strasse, teils zäche Verchehr i de Aglo Mannheim, Mainz & Frankfurt und dänn au na Räge. Erscht nach Wiesbaden dur de Taunus und dänn dur sanfti Hügellandschafte, isch es Richtig Rhy wieder spannender worde und d'Sunne hät dure druckt. De untrainnierti Allerwertischt hät sich unagnähm bemerkbar gmacht, drum bin ich froh gsi, dass mir nach knapp 200 Kilometer s'Ziel erreicht händ. s'Gediegne Zimmer im 10. Stock und die tolli Ussicht uf Rhy, Schloss, Burg und Altstadt händ eus für d'Strapäzeli aber meh als belohnt! De Tagesabschluss mit Spaziergang am Rhyufer, entspanntem Apéro im Wydörfli & bihum Peelhuus und en spate Znacht i de Altstadt, wo allerdigs am Elfi alles zuemacht, händ de Tag abgrundet.


5.7.16: Impressionen Koblenz


3. Etappe - 6.7.16: Koblenz - Paderborn

Afänglich hät eus s'Navi e wyti Strecki über Schnällstrasse gfüehrt. Ab Marburg hämmer dänn aber sehr schöni Streckeabschnitt gha, won eus dur schöni Täler und über Hochebene kurveriech bis Paderborn bracht händ. Will min Steiss trotz Ruhetag scho gli wieder afange hät zwicke, hämmer hüfig chlini Pause igleit und Minispaziergängli und Dehnüebige gmacht. So hämmer defür unerwartet en hübsche Teil vom Flüssli Lahn entdeckt. Am Ziel simmer dänn is Altstädtli zum idrückliche Dom, id Ladestrass und ad Paderquelle. Nach em Znacht am Domplatz simmer früeh go ligge, die 250 km händ doch rächt gschlucht.


7.7.16: Impressionen Paderborn

Hüt mal z'Fuess und mit em Taxi unterwägs: zerscht zum Schloss Neuhaus mit Spazierwanderig dur de Schlosspark und d'Lippe-Aue, dänn en Altstadbummel, en feine italiänische Znacht i de Parkplatz-Gartebeiz und zum Schluss na chli Fuessball mit vill Euphorie, Hoffnig und Enttüschig.


4. Etappe - 8.7.16: Paderborn - Bad-Horn Meinberg

Um, zum und im Teutoburger Wald... also es knapp 2stündigs Töfftüürli im Umland mit Ziel Köterberg, wo mir e fantastischi Ussicht gnosse händ, dänn nach Horn-Bad Meinberg zum Teutoburger Wald und schliesslichno e Wanderig dur de Wald zu de beidruckende Externsteine. En abwächsligsrieche und interessante Tag!


5. Etappe - 9.7.16: Bad-Horn Meinberg - Undeloh (Lüneburger Heide)

Obwohls i de Nacht grägnet hät, hämmer chöne bi beschtem Wätter Eusi Etappe id Lüneburger Heide starte. Fascht nur uf chlinere Näbestrasse simmer a Chorn- und Maisfälder verbi, dur sehr gepflägti Dörfli und Bureghöft gfahre - fascht alli Gebäude im offebar typische rote Bachstei und oft sehr idyllisch gläge. Je nöcher mir em Ziel cho sind, desto meh Heideflächi häts gha. Die berüehmte Heideschnucke - e gnüegsami Schafrasse mit Hörner - hämmer allerdings nöd leibhaftig gseh. Nach guet 200 km hämmer s'chline Landhotel Heidelust erreicht, wo mir sehr herzlich begrüesst worde sind und wo's mir eus dänn zerscht emal uf de Zimmerterasse gmüetlich gmacht händ.


6. Etappe - 10.7.16: Undeloh (Lüneburger Heide) - Cuxhaven

Topfebe und fascht immer gradus! Mer chönnt fascht säge, die einzige Kurve sind Links- und Rächtsabbüger gsi. Defür simmer dur Ort mit spannende Näme wie z.B. Himmelpforten und Bornberg cho. Da hät eigentlich dezwüsche nur na es Lebensdorf gfählt... Scho churz nach Mittag simmer in Cuxhaven acho und händ s'erschtmal uf dere Reis Meerluft gschnuppered. Uf em Streifzug dur's Hafegebiet hämmer atäuti Chrabbekutter gseh, natürlich Usflugsschiff nach Helgoland oder zu de Seehundbänk und Lotseschiff, aber au die ganz grosse Container Pött, wo de ganz Hafe überraged.


7. Etappe - 11.7.16: Cuxhaven - St. Peter-Ording

Wind und Wasser händ die hüttig Etappe nach St. Peter-Ording prägt. Statt de Route via Hamburg, hämmer eus für d'Elb-Fähre entschiede. Das hät eus nöd nur d'Fahrt zmitts dur die Mega-City erspart, sondern au na d'Distanz und d'Reisezyt halbiert. d'Fahrt entlang de Küste und d'Elbe uf hämmer sehr gnosse.

Ab Brunsbüttel isch's dänn wieder uf em Töff wyter gange. Uf Näbeströssli simmer verbi a Fälder und Weide, won Chüeh und Rösser, vor allem aber Schöfli em Wind trotzt händ.

De Zwüschestop in Büsum hät grad glanged, zum es Föteli vom Lüchtturm z'mache. Mir wäred gärn länger bliebe, händ aber kein Parkplatz am Hafe gfunde. Wyter ewäg hämmer nöd welle parkiere, aber nöd nur wäg em Laufe, sondern vor allem wäg em Gepäck. So simmer dänn halt es bitzeli früehner in SPO acho - nachdem mir uf em letschte Streckeabschnitt na rasch verrägned worde sind - und händ euses schöne Zimmer mit super Ussicht uf d'Salzwiese, d'Düne, d'Strandbrugg und s'Meer bezoge.

Wills leider wieder grägned hät, hämmer uf en Spaziergang an Strand verzichtet und sind grad diräkt in Apéro.


11. - 14.7.16: Impressionen St. Peter-Ording

E eimaligi, wytläufigi Sandbank mit Stelzehüser und de typische Strandchörb, Salzwiese mit Wasserläuf und Vogelgezwitscher, Düne mit windtrotzende Gräser, Reet deckti idyllischi Hüser im Dorf und de bekannti Lüchtturm vo Westerhever sind mini persönliche Highlights vo SPO. Leider wott au da de Summer nöd rächt Izug halte und so müend mir eus mit Tämperature um die 18°, immer mal wieder mit emene Rägeschauer und fascht stetigem starchem Wind z'friede gäh. Ohni kuschlige Faserpelz und dichti Rägejagge chan mer nöd zum Huus us. Da isch es doch schön, git's au bi de Beize Strandchörb, wo mer's sich mit Decki und emene leckere Drink chan nach em Spaziergang gmüetlich mache. 


8. Etappe - 15.7.16: St. Peter-Ording - Lübeck

Warm ipackt mit kuschligem Jaggefuetter und schützende Rägehose, hämmer die nöchscht Etappe unter d'Räder gno und sind unter grauem Himmel ostwärts gfahre. Immer mal wieder Räge, dauernd heftige Wind und schlicht zchalti Tämperature für de Juli, händ eus de ganz Wäg begleitet. Vill Trip-Föteli han ich drum nöd gmacht, sondern mini Finger lieber i de warme Händsche lah.

Nach Akunft  und Zimmerbezug hämmer en erschte Streifzug dur d'Altstadt gmacht. Vill schöni alti Gebäude wächselt sich mit teils hässlicher neuzytlicher Architektur ab, so dass es insgesamt es rächt unruhigs Stadtbild git. Die alte meischt rote Bachsteibaute, drunter natürlich s'berüehmte Holstentor und Herrschaftshüser mit ufwändige Bländfassade, sind aber sehr beidruckend.

Znacht hämmer im italiänische Hotelrestaurant gässe. Det hämmer s'erschtmal Bekanntschaft mit enere elektronische Spiescharte gmacht: uf em Tablet ussueche, wähle und bschtelle, eigentlich wie online shopping, nur dass d'Lieferig nöd de Pöschtler sondern s'Servicepersonal bringt ;-) Für de Wy git's e sogenannti Wybar, won mer sich de Wy chan "zapfe": en Probeschluck für 20 Cent oder grad es Glas. s'Ganze isch irgendwie witzig, aber nöd würklich nötig.


16.7.16: Impressionen Lübeck

Eimal uf em Schiff rund um Lübeck, mi enere grosse Hafe-, Fluss- + Kanalfahrt, dänn eimal z'Fuess zmitts dure + halb rundum, verbi an es paar vo de villne Chilene + em Buddenbrockhaus und schliesslich dur einigi sogenannti Gäng i Hinterhöf. Natürlich hät's au namal en Bsuech bi Niederegger Marzipan gäh, wo de Lade völlig mit Chrüzfahrt-Tourischte vollgschtopft gsi isch + eine im Lübecker Marzipan-Speicher, wo's im Hinterhofkafi im erste Stock e Marzipan-Trinkschoggi + es Stuck Marzipan-Torte gäh hät. En abwächsligsrieche, aber au asträngende Tag unter leider bedecktem und schliesslich au brüelende Himmel.  


9. Etappe - 17.7.16: Lübeck - Goslar

Um mal chli Land z'günne und die dunkle Rägewulche hinter eus z'bringe, hämmer eus für d'Autobahn entschiede. Leider hät's immer mal wieder chlini Staus gha, vor allem um Hamburg ume. Umfahre hät sich lut Navi nur eimal glohnt, was mir dänn au gmacht händ. Landschaftlich isch es allmählich hügliger worde und öfters hät mer au wieder e schöni Wytsicht chöne gnüsse. Mit Stau und Stops hämmer s'Ziel öppe e Stund spöter erreicht, als ursprünglich dänkt .

Vom Städtli simmer sehr positi überrascht gsi: wo mer anelueged historischi idrücklichi Fachwerkbaute, oder mit grauem Schiefer ikleideti Fassade oder au schön gschtrichni Hüser mit Malerei und Figure. Und überall Strassebeize, wo zum Verwiele iladed. Ganz spontan hämmer dänn grad beschlosse, e Nacht az'hänke und na en Tag i dem mittelalterliche Städtli z'verbringe.


19.7.16:  Impressionen Goslar

Usschlafe, chline Stadtbummel, Kaiserpfalz vo usse aluege und dänn e Gruebefahrt im 1000jährige Erz-Bergwerk Rammelsberg (beides UNESCO Wältkulturerbe). Nachhär über 1 Stund Bus fahre, will d'Schofföse nöd gseit hät, dass es quasi en Rundkurs isch und mer s'3 Haltistelle entfernte Ziel erscht fascht am Schluss afahred. So hämmer ungwollt e usdehnti Standrundfahrt bis id Ussebezirk gmacht, was sehr ermüedend und ärgerlich gsi isch :-(

Nach em Apéro, wo mer eusem Ärger freie Lauf lah händ, hät's am Marktplatz na en feine Znacht gäh und en letschte Verdauigsspaziergang dur die hübsche Gasse.


10. Etappe - 19.7.16:  Goslar - Limburg an der Lahn

Bi strahlend blauem Himmel simmer zerscht e wunderbari Strecki dur de Harz gfahre und so dur s'Städtli Clausthal-Zellerfeld cho. Am uffälligschte det isch d'Markchile gsi: en imposante Holzbau, himmelblau gschtriche und mit Blei bedecktem Dach.

Bi Northeim simmer dänn uf d'Autobahn. Bi stetig astiegende Tämperature isch das e gueti Variante, will uf de Bahn wenigschtens de Fahrtwind gwährleischtet isch und mer kein Hitzestau am Liechtsignal muess befürchte. 31 Grad hämmer gha... wänn mer dadervo 8-9 Grad würded uf die Täg a de Nordsee verteile, hetted mir au det aständigi Tämperaturegha ;-)

Erhitzt, verschwitzt und ziemlich knülle , hämmer Limburg an der Lahn nach knapp 300 km erreicht. Das Städtli hät sich als mittelalterlichi Perle entpuppt, mit emene Altstadtkern us bezaubernde Fachwerkhüser, änge Gasse, hübsche Lädeli und iladende Beize.


11. Etappe - 20.7.16:  Limburg an der Lahn - Rickenbach ZH

Stalldrang! Zwar nöd d'Rössli vo de Harley, die hetted na lang möge, aber mir sRieter händ de Stall vo wytem gschmöckt und de Ussicht uf vier gmüetlichi Täg Diheime, nöd chöne wiederstah. Mir händ also euses wenige Gepäck es letschts Mal zäme packt, uf de Töff gschnallt und die guet 400 km unter d'Räder gno. Vorwiegend uf de Autobahn. Mit emene heisse Stau, enere Stauumfahrig und usdehnte Pausene im Schatte, simmer nach 5,5 Stund Diheime acho. Wohlbehalte und die ganze 5'559,5 km ohni Panne und Unfall.

Nach em Ablade und Klamottewächsel händ mir natürlich zerscht eusne Chätzlischätzis grüeft. d'Jessy isch scho gli azäbbeled, aber churz vor de Terrasse wieder gflüchtet wägem Rasespränger... Dänn isch de Pepebärli cho und hät freudig gschnurrled-gurrled und büffeled - so süess, er hät eus glaub richtig vermisst. Spöter hät sich dänn au s'Bäbeli getraut, ebefalls schnurrlend, abe wie gwohnt zrugghaltend. Es isch also alles tutto bene.

Jetzt gnüssed mer no de schöni Summerabig uf de Terrasse und mached dänn spöter na en Täller leckere Pasta.